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AWO fordert atypische Beschäftigung gezielt zu begrenzen

28.08.2013 „Noch immer ist jeder fünfte Beschäftigte schlecht abgesichert, sowohl während der Erwerbsphase, als auch danach“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur so genannten atypischen Beschäftigung im Jahr 2012. Demnach ging der Anteil atypischer Beschäftigter zwischen 2011 und 2012 von 22,4 Prozent auf 21,8 Prozent zurück, während die Anzahl der Normalarbeitsverhältnisse minimal stieg. „Trotz der positiven Entwicklung brauchen wir eine klare politische Strategie zum konsequenten und gezielten Abbau atypischer Beschäftigung. Der  Gesetzgeber darf sich dabei nicht allein auf Arbeitsmarktentwicklungen verlassen", betont Stadler.

Zur schlechte sozialen Absicherung hinzu kämen Kollateralschäden in den sozialen Sicherungssystemen, denn atypische Beschäftigungsverhältnisse wirken über den Arbeitsmarkt hinaus. Vor allem Jüngere seien betroffen. „Die junge Generation muss die Politik der Ausweitung atypischer Beschäftigung ausbaden. Mit dem Argument, die Flexibilität am Arbeitsmarkt erhöhen zu wollen, kann das nicht mehr begründet werden“, kritisiert Stadler. Auch Frauen blieben viel zu häufig normale Arbeitsverhältnisse verwehrt, was es ihnen erschwere, Ansprüche in der Arbeitslosen- und Krankenversicherung zu erwerben. Gleichzeitig setzten sich die Nachteile der atypischen Beschäftigung auch im Ruhestand fort, in dem keine oder nur sehr geringe Rentenanwartschaften erworben werden. Die Verantwortlichen sollten deshalb durch klare Rahmenbedingungen atypische Beschäftigung begrenzen. „Die AWO fordert die Einschränkung von Minijobs und Befristungsgründen sowie eine klare Begrenzung von Werkverträgen. Wenn dies nicht bald gelingt, verschärfen sich die Probleme in den Systemen der sozialen Sicherung in den nächsten Jahren“, prognostiziert der AWO Bundesvorsitzende.