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Niedriglöhne sind weit verbreitet

15.03.2012 Etwa 8 Millionen Beschäftigte in Deutschland müssen mit einem Niedriglohn auskommen.
Das Einkommen von mehr als 23 Prozent aller Arbeitnehmer/innen liegt demnach unter 9,15 Euro brutto pro Stunde. 9,15 € ist die für Gesamtdeutschland berechnete Niedriglohnschwelle. Diese liegt bei zwei Drittel des mittleren Stundenlohns.

In Deutschland verdienen etwa 4,1 Millionen Beschäftigte (12%) weniger als 7
€ brutto pro Stunde, ein Viertel aus dieser Gruppe verdient sogar weniger
als 5 €. Von diesen Armutslöhnen sind laut einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation Ostdeutsche, Frauen und Minijobber/innen überproportional betroffen.
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Berechnet man für Ost- und Westdeutschland getrennte Niedriglohnschwellen, so kommt man in Westdeutschland auf 9,54 €, in Ostdeutschland liegt die Schwelle bei 7,04
€ pro Stunde. Etwa jede/r achte ostdeutsche Beschäftigte verdiente im Jahr 2010 weniger als 6 € brutto in der Stunde
Weitere Gruppen mit hohen Anteilen von Niedriglohnbeschäftigten
sind unter 25-Jährige, befristet Beschäftigte, Personen ohne abgeschlossene
Berufsausbildung sowie Ausländer/innen.

Anders als etwa eine Auswertung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit, die sich nur auf
Vollzeitbeschäftigte bezieht, hat die Studie auch Teilzeitbeschäftigte
und Minijobber/innen mit einbezogen, die überproportional häufig für niedrige Stundenlöhne
arbeiten.
Bei Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 € hätte gut jede
vierte Frau Anspruch auf eine Lohnerhöhung und knapp 15% der Männer.
Die Verfasser regen in ihrem Fazit einen gesetzlicher Mindestlohn in
Deutschland als dringend erforderlich an. Nur so könnten Niedrigstlöhne wirksam bekämpft werden. Allerdings sollte eine solche Untergrenze für alle Branchen
und Beschäftigtengruppen gleichermaßen gelten.