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Land muss sich mehr engagieren: AWO und ver.di fordern Übernahme der Ausbildungsvergütung in der Pflege durch das Land Brandenburg

15.01.2018
Die Verhandlungsführer von AWO und ver.di fordern das Land Brandenburg auf, umgehend für eine Übernahme der Finanzierung der Ausbildungsvergütung im Bereich der Altenpflege zu sorgen. Für die derzeit 820 in Ausbildung befindlichen Altenpflegefach- und -hilfskräfte stünden bei Zugrundelegung des seit Oktober geltenden Tarifvertrags für Azubis der AWO Tarifgemeinschaft 10 Mio. € in Rede.

„Derzeit sind es die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtungen alleine, die die Kosten für die Azubis tragen. Weder das Land, noch die Pflegekassen beteiligen sich an der Finanzierung“, sagt die Vorsitzende der AWO Tarifgemeinschaft Anne Baaske. „Es wird Zeit, dass diese Verantwortung endlich von den Schultern der Pflegebedürftigen genommen und diese Kosten durch das Land getragen werden“, so Baaske weiter.

„Der Verweis auf eine landesseitige Beteiligung in Höhe von gerade einmal 4,77 Mio. € für die Ausbildung an den Fachschulen kann in Zeiten steigender Kosten für die pflegebedürftige Menschen nicht ausreichen“, sagt Anne Baaske. „Auch die 380 € pro Ausbildungsplatz sind längst ein Höchstbetrag und längst nicht auskömmlich“, so Baaske weiter.

„Alle klagen über einen Fachkraftmangel. Alle fordern Maßnahmen für mehr Personal in der Pflege. Wir fordern nicht nur, dass die Ausbildungsvergütung landeseinheitlich geregelt, sondern auch vom Land Brandenburg übernommen wird“, sagt Ralf Franke, ver.di-Gewerkschaftssekretär. „Wir haben mit dem Abschluss des Azubis-Tarifvertrages mit der AWO endlich eine gute Grundlage mit guten Azubi-Gehältern. Es ist für uns ein Rätsel, warum sich das Land Brandenburg bisher nicht für dieses Thema hat erwärmen lassen“, sagt Franke weiter.

AWO und ver.di haben in 2017 einen Azubi-Tarifvertrag abgeschlossen, der folgende Ausbildungsentgelte vorsieht:

1. Lehrjahr:

875 €,

2. Lehrjahr:

925 €,

3. Lehrjahr:

1025 €.

Die Fachkräftestudie Pflege aus dem Jahr 2014 sieht für 2030 einen immensen zusätzlichen Pflegekraftbedarf voraus. Allein um diesem Bedarf gerecht zu werden, müssen jährlich nicht wie bisher 350-400, sondern mindestens 750 Pflegekräfte ihren Abschluss machen.

Auszug Fachkräftestudie Pflege 2014 (Seite 15/16 der Kurzfassung):

„Insgesamt würde damit der Personalbedarf in der pflegerischen Versorgung zwischen 2009 und 2030 von ca. 19.000 Personen auf über 38.000 Personen, also um gut 110 Prozent, steigen (s. Abbildung 4, S.16). Es wäre mit einem jährlichen Mehrbedarf zwischen 700 und 1.250 Personen zu rechnen. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Erweiterungsbedarfe. Ersatzbedarfe infolge von Berufsaussteigern wurden in dieser Rechnung nicht berücksichtigt. Neben dem zusätzlichen Ersatzbedarf ist auch zu berücksichtigen, dass es sich bei den ermittelten Kenngrößen ausschließlich um den Personalbedarf im Bereich der Pflege nach SGB XI handelt. Pflegepersonal wird aber auch in der Gesundheitsversorgung und hier im Besonderen in den Krankenhäusern benötigt. Die Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege werden zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem sich zunehmend verschärfenden Konkurrenzkampf um Pflege(fach)kräfte stehen, welcher nach innovativen Personalentwicklungskonzepten und Beschäftigungsmodellen verlangen wird.“